Im Jahr 2006 erwies sich „OSS 117: Kairo, ein Spionagenest“ als eine so brillante Parodie auf die Spionagefilme der 1950er- und 1960er-Jahre, dass drei Jahre später die Fortsetzung „OSS 117: „Rio ne répond plus“ und schließlich im Jahr 2021 von „OSS 117: Alarmstufe Rot in Schwarzafrika“. Drei prägende Filme in der Karriere von Jean Dujardin, der wie kein anderer den absurden Humor und die mittlerweile kultigen Dialoge des dümmsten französischen Spions beherrscht.
Jean Dujardin begann sein Berufsleben als Spiegelhersteller und Schlosser. Während seines Wehrdienstes zeigte sich sein komödiantisches Talent: Die Armee sollte für ihn zu einer großen Inspirationsquelle werden. Nach seinem Umzug nach Paris und seiner Teilnahme ander Sendung „Graine(s) de star“ fand Jean Dujardin zunächst seinen Platz im Fernsehen, wo er als Loulou, das Alter Ego von Chouchou (Alexandra Lamy), in der Sitcom „Un gars, une fille“ zu sehen war.
Von „Mariages!“ über „Brice de Nice“ bis hin zu „L’Amour aux trousses“ oder auch „Les petits mouchoirs“ festigte er anschließend seinen Ruf als Liebling des französischen Kinos, bevor er zum Liebling des US-Kinos avancierte: Für „The Artist“ erhielt er 2011 in Cannes den Preis für den besten Darsteller sowie einen Screen Guild Award, einen BAFTA, den Golden Globe und den Oscar als bester Hauptdarsteller. Auf dieser Seite des Atlantiks war er zudem in „The Wolf of Wall Street“ (2013) und „Monument Men“ zu sehen. Auf dieser Seite reichen die Finger beider Hände nicht mehr aus, um alle zu zählen…
Präzise, witzig, elegant, vielschichtig – Jean Dujardin, „der normalste Star Frankreichs“, wird zweifellos der Star auf dem roten Teppich der11. Ausgabe des Internationalen Komödienfilmfestivals von Lüttich sein.
Bertrand Noël
© Foto des Gaumont-Plakats • Grafik: Studio de Création 120×160
Der Drehbuchautor
Jean-François Halin ist zusammen mit Benoît Delépine und Bruno Gaccio Autor der Sendung „Les Guignols de l’info“, die von 1990 bis 1996 auf Canal+ ausgestrahlt wurde. Er ist zudem – allein oder gemeinsam mit Michel Hazanavicius – Drehbuchautor der „OSS 117“-Filme. Für die Bademantel-Szene hat er „die Klischees von James Bond und insbesondere von Sean Connery in ‚Goldfinger‘ auf die Schippe genommen: der große, muskulöse Brünette, überall behaart, der Inbegriff männlicher Kraft, der diesen unwahrscheinlichen und untragbaren Bademantel in Shorts-Form trägt, als wäre dies der Gipfel der Eleganz.“
Als OOS 117 in Begleitung der wunderschönen Carlotta (Reem Kherici) vom Schwimmbad zurückkehrt, „trägt er also seinerseits diesen lächerlichen, himmelblauen Bademantel in Shorts-Form und bemüht sich, eine möglichst charmante Pose einzunehmen, während er darauf wartet, dass Carlotta aus dem Badezimmer kommt. Er kann sich nicht vorstellen, wie lächerlich das Ganze ist – sowohl die Pose als auch das Kleidungsstück. Und Jean Dujardin ist absolut großartig – mit diesem breiten Lächeln, diesem leeren Blick und dieser Fähigkeit, so zu tun, als wäre er immer einen Schritt voraus, während der Zuschauer selbst bereits vier oder fünf Schritte weiter ist.“
